Über den Kurs
Ein Bild ist selten ein abgeschlossener Endpunkt, sondern oft nur ein Innehalten in einem fortwährenden Prozess. In diesem Seminar widmen wir uns der Herausforderung der seriellen Arbeit: Wie erzählst du eine Entwicklung, ohne die formale Kohärenz zu verlieren? Wie wird aus einer Serie von fünf Arbeiten eine Erzählung von fünf verschiedenen Zuständen?
„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ – Paul Klee
Wir arbeiten an fünf gleichformatigen Bildträgern, die jedoch keine bloßen Wiederholungen sind. Sie sind Stationen einer inneren Bewegung. Gemeinsam erkunden wir, wie du durch materielle Eingriffe, Schichtung und die bewusste Steuerung von Energie den Übergang von einem Zustand in den nächsten markierst. Ob es um Metamorphose, Reduktion, Verdichtung oder Auflösung geht – du lernst, wie du den „Zustand“ eines Werkes definierst und diesen als verbindendes Element über die gesamte Serie hinweg transformierst.
Dein Fokus in diesem Seminar:
Serielles Denken: Wie schaffst du den Bogen zwischen den fünf Arbeiten?
Die Sprache des Zustands: Wie übersetzt du emotionale oder prozessuale Wandlung in haptische Bildsprache?
Rhythmus und Raum: Die Balance zwischen formaler Einheit und inhaltlicher Differenzierung.
Dieses Seminar ist eine Einladung, deine Arbeitsweise weiter zu verdichten. Wir arbeiten im bewährten Dialog zwischen Kontrolle und Loslassen, um Momente zu schaffen, in denen Vergänglichkeit und Wandel in fünf Akten spürbar werden.
Lass uns die Materie in Bewegung bringen und einen Prozess entfalten, der mehr ist als die Summe seiner Teile.
Meditationen und Wahrnehmungsübungen sind ein freiwilliger Teil des Angebots.
Dozent/-in
Anke Leinhaas

Anke Leinhaas, geboren 1972 in Bad Neuenahr, lebt und arbeitet in der Nähe von Bonn. Neben ihrer Tätigkeit im wissenschaftlichen Umfeld beschäftigt sie sich seit ihrer Kindheit intensiv mit Malerei und besuchte Kurse bei verschiedenen Künstler*innen in unterschiedlichen Techniken.
Ausgehend von ihrer tiefen Verbundenheit mit der Natur widmet sie sich der künstlerischen Erforschung von „haptisch greifbaren Räumen im dreidimensionalen Bildgeschehen“. In diesem Kontext entdeckte sie die Prozessmalerei, mit der sie sich seit 2015 fokussiert auseinandersetzt. Der Besuch der Studienklasse Process Painting of Intuitive Power bei Gabriele Musebrink von 2018 bis 2020 vertiefte diesen künstlerischen Prozess. In den Jahren 2020 bis 2022 war sie in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin Gabriele Musebrink in der künstlerischen Lehre tätig und übernahm die eigenständige Leitung von Seminaren und Workshops. Seit 2023 arbeitet Anke Leinhaas als freie Dozentin an Kunstakademien im gesamten deutschsprachigen Raum. Ihre Arbeiten sind regelmäßig in Ausstellungen vertreten und wurden mehrfach international ausgezeichnet.






